Finanzielle Angelegenheiten

Mit einem eigenen Kind wird in vielen Bereichen Neuland betreten. Dazu gehören beispielsweise auch staatliche Sozialleistungen, welche jetzt erstmals beantragt werden können.

Im Folgenden daher eine Liste von (hoffentlich) nützlichen Links, die dazu dienen sollen, hilfreiche Informationen zu diesem Thema zu vermitteln:

BAföG

Wenn du dein Studium aufgrund der Schwangerschaft/Geburt länger als drei Monate unterbrechen musst, verlierst du für diesen Zeitraum deinen Anspruch auf BAföG, zumindest bis du das Studium wieder aufnimmst. Sobald absehbar ist, dass du die drei Monate überschreiten wirst, bist du gezwungen, das BAföG-Amt über die Unterbrechnung zu informieren.

An dieser Stelle wird eindringlich empfohlen, dies auch tatsächlich zu tun.

Denn wenn das Amt später von der Unterbrechnung erfährt, hast du nicht nur den ärgerlichen Schriftverkehr, sondern du musst das in dem Zeitraum zu Unrecht erhaltene BAföG zurückzahlen. Zusätzlich erhältst du rückwirkend auch keine anderen Sozialleistungen mehr für diese Zeit.

Für den Zeitraum ohne BAföG kannst du aber einen Antrag auf Arbeitslosengeld II stellen. Inwieweit du dafür berechtigt bist, erfährst du bei der für dich zuständigen Arbeitsagentur. Dies ist z.B. abhängig vom Einkommen deines Partners/deiner Partnerin.

Sobald du wieder dein Studium aufnimmst, somit auch wieder BAföG erhältst, kannst du darüberhinaus einen Kinderbetreuungszuschlag erhalten. Sollten du und dein Partner/deine Partnerin BAföG beziehen, müsst ihr euch einigen wer von euch den Zuschlag bekommt. Für das erste Kind sind dies 113 Euro im Monat, für jedes weitere 85 Euro. Dabei handelt es sich um Pauschalbeträge. Tatsächliche Betreuungskosten musst du nicht nachweisen. Bei dem Betreuungszuschlag handelt es sich stets um einen Vollzuschuss, du musst also nicht die Hälfte nach Studienabschluss zurückzahlen. Dies ist auch dann der Fall, wenn dir BAföG nur noch als Bankdarlehen gewährt wird. Für den Kinderbetreuungszuschlag muss ein weiteres Formblatt ausgefüllt werden, und zwar die vorläufige Anlage 2 zu Formblatt 1 - Zusatzblatt für den Kinderbetreuungszuschlag.

Auf Antrag könnt ihr auch einen Aufschub für den Leistungsnachweis und die Verlängerung der Förderungshöchstdauer erreichen. Trotzdem solltet ihr versuchen, das Studium nach Möglichkeit nicht schleifen zu lassen.

In der Regel werden folgende Verlängerungen gewährt (dies kann aber je nach Fall auch abweichen - zwingend erforderlich ist, dass ihr euch auch selbst um das Kind kümmert):

  • Verlängerung des Förderungsanspruchs aufgrund der Schwangerschaft um ein Semester
  • Verlängerung um ein Semester pro Lebensjahr bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres des Kindes
  • Verlängerung um ein Semester für das 6. und 7. Lebensjahr und das 8. bis 10. Lebensjahr des Kindes.

Weiterer Verlängerungsgrund darüberhinaus ist z.B. eine Erkrankung des Kindes.

Quelle: studis-online.de

Elterngeld

Ab der Geburt eures Kindes könnt ihr gemeinsam bis zu 14 Monate lang Elterngeld erhalten. Dieses Geld ist als Ersatz für das wegfallende monatliche Erwerbseinkommen während dieser Betreungszeit gedacht. Dabei könnt ihr die Zeit frei unter euch aufteilen. Ein Elternteil muss allerdings für mindestens zwei Monate die Leistung beziehen. Entsprechend kann für den anderen Elternteil maximal zwölf Monate lang Elterngeld gezahlt werden. Arbeitet ihr während des Elterngeldbezugs in Teilzeit, darf die Wochenarbeitszeit jeweils 30 Stunden nicht übersteigen.

Alleinerziehende, die das Elterngeld zum Ausgleich des wegfallenden Erwerbseinkommens beziehen, können aufgrund des fehlenden Partners volle 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen.

Darüberhinaus besteht die Möglichkeit, das Elterngeld bei einem verminderten Monatssatz, aber gleichbleibender Gesamtsumme, auch länger zu erhalten. Eltern, deren Kinder ab dem 01.07.2015 zur Welt kommen, dürfen künftig zwischen dem alten Elterngeld (Basiselterngeld) und dem neuen Elterngeld Plus wählen.

Wer bekommt Elterngeld?

Anspruch auf Elterngeld haben prinzipiell alle Eltern.

Ihr habt Anspruch darauf wenn ihr

  • euer Kind nach der Geburt selbst betreut und erzieht,
  • nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig seid,
  • mit eurem Kindern in einem Haushalt lebt und
  • euren Wohnsitz oder euren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland habt.

Wie beantragt man Elterngeld?

Das Elterngeld muss schriftlich beantragt werden. Ihr erhaltet Elterngeld also nicht automatisch mit der Geburt eures Kindes. Zuständig ist das Jugendamt der Stadt oder des Landkreises in der/dem ihr wohnt. Jeder Elternteil kann für sich einmal einen Antrag auf Elterngeld stellen. Der jeweilige Antrag kann einmal ohne Angabe von Gründen und zusätzlich einmal in Härtefällen geändert werden. Der Antrag muss nicht sofort nach der Geburt des Kindes gestellt werden. Dennoch sollte man nicht allzu viel Zeit verstreichen lassen, den Elterngeld wird nur rückwirkende für die letzten drei Monate vor dem Antragsmonat gezahlt.

Höhe des Elterngelds

Maßgebend für die Höhe des Elterngelds ist das Nettoeinkommen der letzten zwölf Kalendermonate vor der Geburt des Kindes. Bei der Bestimmung der zwölf Kalendermonate werden Monate mit Bezug von Mutterschaftsgeld oder Elterngeld sowie Monate, in denen aufgrund einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung das Einkommen gesunken ist, grundsätzlich nicht mitgezählt. Dies gilt ebenfalls für Monate, in denen auf Grund von Wehr- oder Zivildienstzeiten Einkommen weggefallen ist. Statt dieser Monate werden zusätzlich weiter zurück liegende Monate zugrunde gelegt.

Das Elterngeld ersetzt dann in der Regel 67 Prozent des nach der Geburt des Kindes wegfallenden monatlichen Erwerbseinkommens und beträgt maximal 1.800 Euro.

Den Mindestbetrag von 300 Euro erhalten auch nicht erwerbstätige Elternteile zusätzlich zu Sozialleistungen wie beispielsweise dem Wohngeld oder dem Kinderzuschlag.

Für Geringverdiener, Mehrkindfamilien und Familien mit Mehrlingen wird das Elterngeld erhöht.

Mutterschaftsleistungen, wie etwa das Mutterschaftsgeld einschließlich des Arbeitgeberzuschusses, werden auf das Elterngeld voll angerechnet.

Quelle: bmfsfj

Weitere Informationen erhaltet ihr unter folgendem Link: http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/familie

,did=34088.html

Kinderbetreungskosten

Wer sich für Beruf und Kind entscheidet, kann in Deutschland ein breites Spektrum von Kinderbetreuungsangeboten nutzen. Bei den Kosten für die Kinderbetreuung wird die Last auf mehrere Schultern verteilt. Zum einen auf die des Staates, aber auch auf die der Eltern.

Für die Eltern gibt es jedoch die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten. Auch Arbeitgeberleistungen zur Unterbringung und Betreuung von nichtschulpflichtigen Kindern der Angestellten werden steuerlich berücksichtigt.

Wer nach der Geburt von Kindern wieder ins Berufsleben zurückkehren möchte, kann also auf Unterstützung zählen.

Quelle: bmfsfj

Kindergeld

Einen Rechtsanspruch auf Kindergeld habt ihr, wenn ihr ein Kind habt, dessen Wohnsitz/ständiger Aufenthaltsort in Deutschland liegt. Der Anspruch auf Kindergeld entsteht mit der Geburt des Kindes.

Das Kindergeld ist einkommensunabhängig und beträgt seit dem 01.01.2010 für das

  • 1. und 2. Kind je 190 Euro,
  • für das 3. Kind 196 Euro und
  • für jedes weitere Kind 221 Euro

im Monat.

Der Antrag auf Kindergeld wird nach der Geburt des Kindes bei der Familienkasse der örtlichen Arbeitsagentur oder des öffentlichen Dienstes gestellt. Die Antragstellung sollte möglichst schnell nach der Geburt erfolgen, denn Kindergeld wird nicht länger als sechs Monate rückwirkend gezahlt. Dem ausgefüllten Kindergeldantrag müsst ihr die Geburtsurkunde und, vorausgesetzt das Kind ist älter als sechs Monate, die polizeiliche Anmeldung des Kindes beigefügen.

Quelle: studis-online.de

Weitere Infos zum Kindergeld findest Du beim BMFSFJ

Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag ist für alle Eltern gedacht, die durch ein Erwerbseinkommen den eigenen Bedarf, nicht aber den ihres Kindes decken können.

Als Eltern habt ihr Anspruch auf den Kinderzuschlag für eure unverheirateten, unter 25 Jahre alten Kinder, die in eurem Haushalt leben, wenn

  • für diese Kinder Kindergeld oder eine das Kindergeld ausschließende Leistung bezogen wird,
  • die monatlichen Einnahmen der Eltern die Mindesteinkommensgrenze von 900 Euro für Elternpaare, 600 Euro für Alleinerziehende erreichen,
  • das zu berücksichtigende Einkommen und Vermögen die Höchsteinkommensgrenze (Bemessungsgrenze zuzüglich Gesamtkinderzuschlag) nicht übersteigen und
  • der Bedarf der Familie durch die Zahlung von Kinderzuschlag und evtl. zustehendem Wohngeld gedeckt ist und deshalb kein Anspruch auf ALG II besteht.

Wenn euer Einkommen den eigenen Bedarf übersteigt, mindert dies den Kinderzuschlag um 5 Euro je 10 Euro die ihr mehr im Monat verdient. Die Erwerbseinkünfte werden in diesem Bereich also nur zu Hälfte angerechnet. Eigenes Einkommen der Kinder wie z. B. Unterhalt, Unterhaltsvorschuss oder Waisenrente wird als bedarfsmindernd auf den Kinderzuschlag angerechnet.

Der Kinderzuschlag wird als Familienleistung von den Familienkassen ausgezahlt, die bereits wissen, für welche Kinder ihr Kindergeld erhaltet.

Alle Bezieher des Kinderzuschlags erhalten außerdem zusätzlich ein Schulbedarfspaket von 100 Euro im Jahr.

Quelle: bmfsfj

Mehrbedarf (ALG II)

Schwangere Frauen mit Anspruch auf Arbeitslosengeld II (Grundsicherung für Arbeitssuchende) erhalten ab der 13. Schwangerschaftswoche (bis einschließlich des Entbindungstages) einen schwangerschaftsbedingten Mehrbedarf in Höhe von 17 Prozent der Regelleistung des Arbeitslosengeldes II (ALG II) zuerkannt.

Zusätzlich können auf Antrag notwendige Erstausstattungen für Bekleidung und Wohnung sowie Erstausstattungen bei Schwangerschaft und Geburt gewährt werden. Diese einmaligen Leistungen erhalten auch Bedürftige, die sonst keinen Anspruch auf das ALG II haben. Sie werden in pauschalierter Form, d. h. in Form eines festgelegten Geldbetrages, zur Verfügung gestellt. Wichtig ist, dass die Leistungen vor der Anschaffung beantragt werden.

Schwangere Auszubildende, deren Ausbildung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) oder nach den Regelungen zur Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) dem Grunde nach förderungswürdig ist, haben in der Regel keinen Anspruch auf Sozialhilfe oder ALG II. (Eine Ausnahme gilt für Auszubildende, deren Bedarf sich nach § 12 Absatz 1 Nr. 1 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes oder nach § 66 Absatz 1 Satz 1 des SGB III- Arbeitsförderung richtet.) Soweit Hilfebedürftigkeit vorliegt haben sie aber Anspruch auf den Zuschlag aufgund des schwangerschaftsbedingten Mehrbedarfs und auf die einmaligen Leistungen.

In besonderen Härtefällen können Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts als Darlehen gewährt werden.Quelle: bmfsfj

Weitere Infos findest Du unter bmas

Mutterschaftsgeld

Anspruch auf Mutterschaftsgeld haben nur Studentinnen die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen. Dieses Geld wird innerhalb der Zeit des Mutterschutzes, sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt des Kindes, gezahlt. Wenn du Mitglied in einer gesetztlichen Krankenkasse bist, erhältst du bis zu 13 Euro täglich, maximal 385 Euro im Monat. Studentinnen, die privat oder familienversichert sind, beziehen kein Mutterschaftsgeld von ihrer Krankenkasse. Sie erhalten maximal 210 Euro vom Bundesversicherungsamt.

Mutterschaftsgeld erhältst du nicht ohne Antrag. Den Antrag kannst du erst mit der Bescheinigung eines Arztes oder einer Hebamme über den voraussichtlichen Geburtstermin stellen. Die Bescheinigung darf bei der Antragstellung nicht vor der 7. Woche des berechneten Geburtstermins ausgestellt sein.

Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung ohne Krankengeldanspruch mit einer geringfügigen Beschäftigung erhältst du in der Regel pro Tag 13 Euro Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse.

Anspruchsvoraussetzung zum Zahlen von Mutterschaftsgeld durch die gesetzlichen Krankenkassen ist, dass:

  • die Schwangere bei Beginn der Schutzfrist eigenständiges Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine Pflichtmitgliedschaft oder eine freiwillige Mitgliedschaft handelt und
  • das Mitglied entweder mit Anspruch auf Krankengeld versichert ist oder
  • das Mitglied in einem Arbeitsverhältnis steht, ihm jedoch wegen der Schutzfrist kein Arbeitsentgelt gezahlt wird.

Frauen, deren Arbeitsverhältnis während der Schwangerschaft zulässig aufgelöst wurde, erhalten Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse. Die Auszahlung dieser Leistungen erfolgt für Mitglieder durch ihre gesetzliche Krankenkasse, in anderen Fällen durch das Bundesversicherungsamt. Einzelheiten dazu können sowohl bei der Krankenkasse als auch beim Bundesversicherungsamt erfragt werden. (Quelle: bmfsfj)

Durch die Einführung des Elterngeld Plus am 01.01.2015 können Eltern für ihr ab dem 01.07.2015 geborenes Kind zwischen Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonusmonaten wählen. Erhält eine Mutter im Anschluss an die Entbindung ein Mutterschaftsgeld der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung, so muss sie für diese ersten Lebensmonate ihres Kindes zwingend Basiselterngeld beantragen. (Qelle: www.elterngeld.net/mutterschaftsgeld.html Datum: 13.03.2016)

Weitere Infos zum Muterschaftsgeld findet ihr auch unter folgenden Links:

http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/volltextsuche, did=33804.html

http://www.elterngeld.net/mutterschaftsgeld.html

 

 

Hilfreiche Links

Bundesversicherungsamt

Unterhaltsvorschuss

Kinder, die vom anderen Elternteil keinen oder keinen regelmäßigen Unterhalt bekommen, können Unterhaltsvorschuss erhalten. Dies trifft auch bei ungeklärter Vaterschaft zu. Ein gerichtliches Unterhaltsurteil ist nicht nötig. Ist der andere Elternteil ganz oder teilweise leistungsfähig, aber nicht leistungswillig, wird er vom Staat in Höhe des gezahlten Unterhaltsvorschusses in Anspruch genommen.

Unterhaltsvorschuss gibt es maximal für 72 Monate und längstens bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres (12. Geburtstag) des Kindes. Hierbei ist das Einkommen des alleinerziehenden Elternteils unerheblich.

Seit dem 1. Januar 2008 ist die Höhe der Unterhaltsleistung für das gesamte Bundesgebiet einheitlich. Die Mindestunterhaltsleistung beträgt ab 1. Januar 2009 für Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres (6. Geburtstag) 281 Euro im Monat und für Kinder bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres 322 Euro im Monat. Für die Berechnung des Unterhaltsvorschussbetrages wird das für ein erstes Kind zu zahlende Kindergeld in voller Höhe (184 Euro) von der Unterhaltsleistung abgezogen.

Seit dem 1. Januar 2016 gelten bundesweit folgende Unterhaltsvorschussbeträge:

Für Kinder bis 5 Jahren monatlich:
145 Euro

Für ältere Kinder von 6-11 Jahren monatlich:
194 Euro

Quelle: bmfsfj

Unterstützung der Uni

Auch die Universität unterstützt alleinstehende Studierende mit Kind in einem geringen Umfang. Während der Schwangerschaft oder wenn du alleinstehend bzw. alleinerziehend sowie in finanziellen Notlagen bist, kannst du bei der Stipeniden AG um Fördermittel bewerben.

Mehr Information gibt es hier.