Präsenzprüfungen – Alternativen in der Pandemie dringend notwendig

Maskentragepflicht während Prüfungen kann keine Lösung sein

Der AStA kritisiert die Entscheidung der Hochschulleitung zur Einführung einer Maskentragepflicht in schriftlichen Prüfungen am Prüfungsplatz. Der Zwang zur Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) manifestiert das Festhalten der Verantwortlichen an der bereits, unter Verweis auf die derzeit geltende Corona-Bekämpfungsverordnung und dem Einhalten der allgemeinen Schutzmaßnahmen, kommunizierten Absicht der Durchführung von Präsenzprüfungen. Gleichzeitig offenbart diese Maßnahme jedoch, dass die bisher geltenden Standards als nicht mehr ausreichend erachtet werden.

Der AStA schließt sich dieser Einschätzung an. Einzig eine Maskenpflicht in Prüfungssituationen kann hier jedoch nicht die Lösung sein.  Es ist jetzt an der Zeit, dass die Hochschulleitung Gedanken über adäquate Alternativen zu verpflichtenden Präsenzprüfungen anstellt, wie dies von der Vollversammlung und dem Studierendenparlament bereits am 13. und 14. Januar unter anderem gefordert wurde.

Die nun erlassene Maskentragepflicht trägt bei den Studierenden zu einer weiteren Verunsicherung bei. Das Tragen einer MNB geht bei vielen Menschen mit einer Einschränkung der Konzentrations- und damit auch der Leistungsfähigkeit einher. Wie dies in oftmals mehrstündigen Prüfungen, die für sich genommen schon für viele eine Belastungssituation darstellen, ohne Beeinträchtigung auf die Prüfungsleistungen praktiziert werden soll, ist uns schleierhaft.

Durch die Maskenpflicht wird zudem deutlich, dass die geltenden Schutzmaßnahmen, unter der Prüfungen in Präsenz nach der derzeitigen Landesverordnung durchgeführt werden dürfen und können, nicht ausreichend sind, um ohne eine mögliche gesundheitliche Gefährdung an einer schriftlichen Präsenzprüfung teilnehmen zu können. Hier ist gerade auch die Landesregierung gefragt. Sie muss im Rahmen ihrer Kompetenzen dafür Sorge tragen, dass Studierende unbeschwert ihrer Ausbildung nachgehen können. Einen Zwang in der gegenwärtigen Situation aufgrund von Prüfungen an die Universitäten und Hochschulen des Landes zurückkehren zu müssen darf es nicht geben. Da der Lehrbetrieb im aktuellen Semester weithin digital stattgefunden hat, halten sich viele Studierenden zurzeit nicht in Kaiserslautern auf, sondern sind bei ihren Familien über das ganze Land oder auch im Ausland verteilt. Der AStA hält es für unverantwortlich diese Studierenden jetzt wieder nach Kaiserslautern zu rufen, um über längere Zeiträume in nicht ausreichend belüfteten Räumen zusammenzusitzen.

In der gegenwärtigen Situation bedarf es daher adäquater Alternativen zu den bisher bekannten Prüfungen in Präsenz. Dies können digitale Formate oder vielleicht auch die Möglichkeit sein, Klausuren statt im Hörsaal als „Mitnahme-“ bzw. „Zuhause-Klausur“ [1] zu Hause zu schreiben.

[1] Klausuren sollen versandt werden. Keine persönliche Abholung wie der Name vielleicht suggeriert.