Stellungnahme zum Kramladen-Nutzungsverbot

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Technischen Universität Kaiserslautern betreibt seit über 40 Jahren im Untergeschoss des Gebäude 46 der Universität einen studentischen Veranstaltungsraum, den Kramladen. Dort finden regelmäßig Partys, Konzerte, Lesungen, Karoaoke- und Quizabende, Theateraufführungen, Tanzkurse und sogar Gottesdienste statt. Dadurch ist der Kramladen der zentrale Ort kultureller Vielfalt und bietet den Studierenden, Fachschaften und Hochschulgruppen die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Eine vergleichbare Lokalität gibt es auf dem Campus nicht. Marek Oheim, Kulturreferent des AStA, stellt hierzu fest

Für viele Studierende stellt der Kramladen das Wahrzeichen universitären Lebens und studentischer Kultur an der TU Kaiserslautern dar.

Mit Schreiben vom 12. November wurde dem AStA durch die Hochschulleitung, auf Betreiben des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (Landesbetrieb LBB), die Nutzung des Kramladens als Veranstaltungsstätte bis auf Weiteres untersagt. Das Schreiben nennt „brandschutztechnische Gründe“ als Ursache, spezifiziert diese jedoch nicht und hält darüber hinaus keine weiteren Informationen vor.

Für den AStA ist eine Schließung des Kramladens als studentische Kultur- und Begegnungsstätte nicht hinnehmbar, da dieser mit seiner sonst an der Universität nicht vorzufindenden Ausstattung und Atmosphäre für die Erfüllung einer Vielzahl der gesetzlich vorgegebenen Aufgaben der Studierendenschaft essentiell ist. Auf der Sitzung des Senats am 14. November haben sich zahlreiche seiner Mitglieder sowie die Hochschulleitung zu ihren persönlichen Erfahrungen mit dem Kramladen geäußert und sind durchweg der Einschätzung gefolgt, dass der Veranstaltungsraum erhalten werden muss.

Weiterhin ist das aus Sicht des AStA intransparente Vorgehen und die fehlende Einbeziehung der Studierendenschaft zu kritisieren. Hierzu erläutert der Vorsitzende des AStA, Mathis Petri:

Im Vorfeld der jetzigen Situation fanden verschiedene Begehungen des Kramladens statt, von denen der AStA teilweise nur zufällig erfahren hatte. Bei diesen waren auch Mitarbeiter des LBB anwesend, die aber keinerlei grundsätzliche Einwendungen gegen den Betrieb vorbrachten. Zuletzt wurden sowohl von der Universität als auch dem LBB verschiedene Umbauten vorgenommen und weitere vorbereitet. Umso mehr überrascht die Kurzfristigkeit des Nutzungsverbots, die mit einem erheblichen Mehraufwand für den AStA, insbesondere aber auch für die Mieter*innen des Kramladens verbunden ist, die nun teilweise in kürzester Zeit neue Veranstaltungsorte finden oder aber gar ihre Veranstaltungen absagen müssen.

Neben Fachschaften, Hochschulgruppen und Privatpersonen ist hiervon auch der Hochschulsport betroffen, der mehrere Tanzkurse im Kramladen angeboten hatte, die nun ausfallen müssen. Auch auf der Senatssitzung konnten die Anwesenden nicht nachvollziehen, dass nach 40 Jahren problemloser Nutzung plötzlich Gefahr für Leib und Leben bestehen soll.

Der AStA versucht nun, gemeinsam mit der Hochschulleitung eine Lösung des Problems zu erarbeiten, damit der Veranstaltungsraum so schnell wie möglich wieder den Studierenden der TU Kaiserslautern zur Verfügung steht.