Nur noch 90,2 Prozent Nicht-Wähler: Wahlbeteiligung auf 10-Jahres-Hoch

Wahlen sind die einfachste Form der Beteiligung am politischen Prozess. Für die allermeisten stellt die Stimmabgabe zudem die einzige Form der politischen Partizipation dar. Alle anderen Möglichkeiten sich politisch zu beteiligen, bedürfen eines deutlich größeren Engagements. Das Gute vorweg: bei den diesjährigen Uni-Wahlen haben 1.456 Wahlberechtigte von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht und über die Zusammensetzung des Studierendenparlaments abgestimmt sowie ihre Vertretungen in den Fachbereichsräten und dem Senat mit einem starken, häufig aber eher schwachen, Mandat ausgestattet. Diese Zahl stellt gleichzeitig aber auch die Schattenseite dieser Uni-Wahlen dar, denn sie entspricht lediglich 9,8 Prozent der Studierenden. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 1,1 Prozentpunkte, womit sich die Wahlbeteiligung seit 2015 mehr als verdoppelt hat. Mit Blick auf die Wahlhistorie handelt es sich dabei mindestens um ein 10-Jahres-Hoch, in absoluten Zahlen noch mehr. Denn die Zahl der Studierenden an der TU Kaiserslautern hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. So gab es 2009 lediglich 11.361 Wahlberechtigte.

Demgegenüber stehen jedoch 90,2 Prozent der Studierenden, die der Wahlurne fernblieben. NEUNZIGKOMMAZWEI Prozent oder absolut 13.405 Studierende, die von ihren studentischen Vertretungen offensichtlich nicht oder nur unzureichend erreicht wurden oder die grundsätzlich kein Interesse an einer politischen Beteiligung im akademischen Umfeld aufweisen. Dabei ist die Mitwirkung im politischen Prozess je nach Fachschaft derart unterschiedlich ausgeprägt, dass von einem Pauschalisieren hinsichtlich eines politischen Desinteresses Abstand genommen werden muss.