Der AStA hat sich in zwei Stellungnahmen im Januar und April zu den aus der Hochschulstrukturreform folgenden Konsequenzen für die TU Kaiserslautern sowie den Erwartungen gegenüber dem Wissenschaftsministerium geäußert.

Forderungen vom 16.04.2019

In einer Positionierung Mitte April hat sich der AStA mit den damaligen Entwicklungen in der Landes- und Kommunalpolitik, auf dem Campus sowie den Ergebnissen einer Umfrage zur geplanten Zusammenführung mit dem Universitätsstandort auseinandergesetzt. Daraus wurden erneut mehrer Forderungen abgleitet. Zentrale Aussage war dabei:

"... wissenschaftlsgeleiteten Prozess, der die Risiken und Chancen einer solchen Strukturänderung für die betroffenen Standorte, die Region und die Universitätslandschaft Rheinland- Pfalz insgesamt herausarbeitet..."

Forderung 1

Im Kontext des Hochschulzukunftsprogramms erfolgte durch das MWWK eine Evaluation des Berichts und darauf aufbauend eine weitergehende Analyse der Hochschullandschaft, die zu besagter Entscheidung der Landesregierung führte. Diese Evaluation und ihre Folgeergebnisse sind den Universitäten zugänglich zu machen, damit sie in die weitere Betrachtung miteinfließen können.

Forderung 2

Das MWWK ist gefordert, die von ihm festgestellten Chancen einer Zusammenfuhrung klar und deutlich darzulegen. In gleicher Weise gilt dies ebenso fur bereits erkannte Risiken. Die von den betroffenen Universitatsstandorte geäußerten Sorgen und Ängste müssen ernst genommen und entsprechend in der Risikobewertung des MWWK Eingang finden.

Forderung 3

Die Reputation der Technischen Universität Kaiserslautern darf während und vorbehaltlich einer Zusammenführung auch danach nicht leiden. Dies betrifft den Ruf einer forschungsstarken Universität sowie die Wertigkeit der wissenschaftlichen Abschlüsse; damit stets verbunden ist das hohe Ausbildungsniveau.

Forderung 4

Fur den Standort Landau bedarf es einer erheblichen Zusatzfinanzierung. Die dortige Studiensituation ist etwa "von erhebliche[m] Raum- und Kapazitatsmangel" geprägt und daher "nicht zukunftsfähig", so der AStA Landau in einer früheren Stellungnahme. In einer zusammengefuhrten Universität dürfen und können die für den Standort Kaiserslautern vorgesehenen Mittel nicht zur Deckung der Unterfinanzierung des Standorts Landau herangezogen werden.

Forderung 5

Für den Prozess der Umstrukturierung selbst ist eine solide und dauerhafte Finanzierung vorzusehen. Nur durch die Bereitstellung von entsprechenden Mitteln bzw. Stellen wird eine erfolgreiche organisationale Integration der beiden Standorte moglich sein,  ohne die unzweifelhaft das gesamte Projekt einer Zusammenfuhrung gefährdet w äre

Forderung 6

Weiterhin müssen für diesen Zeitraum und darüber hinaus auch zusätzliche Gelder für Forschung und Lehre bereitgestellt werden, um einer möglichen Entwicklungsdelle entgegenzuwirken, soll die Zusammenfuhrung doch eigentlich Potentiale in Forschung und Lehre freisetzen. Damit könnten gleichzeitig auch gezielt standortübergreifende Projekte gefördert werden.

Forderungen vom 22.01.2019

Im Januar hatte der AStA eine erste Stellungnahme zu einer möglichen Fusion mit dem Universitätsstandort Landau verabschiedet. Darauf aufbauend folgten sechs Forderungen.

Forderung 1

Diskussionen zu einer Umstrukturierung der rheinland-pfälzischen Hochschullandschaft müssen transparent und offen geführt werden. Bevor eine Entscheidung für oder gegen eine Fusion zweier Standorte getroffen wird, muss mit allen beteiligten Stakeholdern, insbesondere den Studierenden, über die Chancen und Risiken diskutiert werden. Es wäre unverantwortlich, zuerst eine solch massive Strukturänderung zu beschließen und danach zu überprüfen, welche Effekte dies mit sich bringt.

Forderung 2

Im Falle einer Fusion der TU Kaiserslautern mit dem Standort Landau der Universität Koblenz-Landau muss das reguläre Studienangebot an einem Standort ohne Pendeln möglich sein. Dies schließt ein, dass sich die Lehrenden, die zugehörige Verwaltung und die relevanten Gremien am gleichen Standort befinden.

Forderung 3

Sollen Studiengänge im Zuge einer Umstrukturierung den Standort ändern, so muss für eingeschriebene Studierende eine Studienortgarantie mit einer angemessenen Zeit zum Abschluss des Studiums gewährt werden.

Forderung 4

Das bestehende Lehramtsstudium für Gymnasien und berufsbildende Schulen an der TU Kaiserslautern muss vollumfänglich, insbesondere inklusive der Bildungswissenschaften, erhalten bleiben. Wenn im Zuge einer Fusion Doppelstrukturen bestehen, muss sichergestellt werden, dass das hohe Ausbildungsniveau der TU Kaiserslautern erhalten bleibt.

Forderung 5

Im Falle einer Fusion der TU Kaiserslautern mit dem Standort Landau der Universität Koblenz-Landau muss sichergestellt werden, dass die Reputation der TU Kaiserslautern bezüglich Lehre und Forschung nicht leidet.

Forderung 6

Änderungen an der rheinland-pfälzischen Hochschullandschaft dürfen nicht zu schlechteren Studienbedingungen an der TU Kaiserslautern führen. Insbesondere darf die finanzielle Lage und Personalausstattung der TU Kaiserslautern nicht im Hinblick auf die Unterfinanzierung anderer Standorte verschlechtert werden. Es ist ein Ausbau der Finanzmittel vonnöten.