Wie der Staat hilft

Als behinderter Studierender kann man von verschiedenen staatlichen Stellen Hilfe bekommen. Diese ergibt sich aus dem Grad der Behinderung (GdB) und dem individuellen Bedarf. Ansprüche auf Leistungen, die sich aus dem GdB ergeben, werden vom Sozialamt bearbeitet. Solche, die aus ganz individuellen Situationen entstehen, werden von der Stelle „Hilfe in anderen Lebenslagen“ beurteilt. Um die einzelnen Zuständigkeitsbereiche zu erläutern, hier nun ein kleiner Abriss über Begriffe, Leistungen und Funktionen.

 

Schwerbehindertenausweis und Merkzeichen

Der GdB sagt aus, wie stark man gegenüber anderen Menschen benachteiligt ist. Dabei wird nicht berücksichtigt, auf welche Art man sein Geld verdient (z.B. kann ein querschnittsgelähmter Mathematiker im Beruf - sofern er ohne weiteres in sein Büro gelangt - genauso viel leisten wie ein nicht körperlich beinträchtigter Mathematiker), sondern wie stark das Leben allgemein beeinträchtig ist. Der GdB wird in Prozent angegeben und kann Zehnerschritte von 20 bis 100 annehmen. Ab 50% gilt man als schwerbehindert und hat Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Neben dem GdB wird dort dann auch evtl. das Merkzeichen eingetragen. Merkzeichen weisen auf besondere Eigenschaften der Behinderung hin und können unter Umständen zusätzliche Leistungen ermöglichen. Aus dem GdB und dem Merkzeichen ergeben sich die Leistungen, die jedem behinderten Menschen gleichermaßen zustehen. Das sind, je nach Grad und Merkzeichen, unter anderem Steuererleichterungen, Hilfsmittel oder Fahrscheine. In Kaiserslautern gibt es von Seiten der Stadt einen Behindertenbeauftragten, der in diesen Angelegenheiten gemeinsam mit seinem Team gerne weiterhilft und auch bei der Antragstellung beratend zur Seite steht.

Merkzeichen

Bedeutung

Beschreibung

G

erhebliche Behinderung

Dazu gehören alle, die aufgrund von Erkrankung und/oder Behinderung keine normalen Strecken (also ca. 500 bis
1000 Meter) zurücklegen können und/oder nicht lange stehen können.

aG

außergewöhnliche Behinderung

Dazu gehören alle, die sich nur unter besonderer Anstrengung und mit Hilfsmitteln außerhalb von Fahrzeugen bewegen können.

B

Notwendigkeit ständiger Begleitung bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel

Dieses Merkzeichen betrifft alle, die ohne eine Begleitung im Straßenverkehr eine Gefahr für sich und andere sind. (z.B. ein Epileptiker, der durch den Stress im Straßenverkehr einen Anfall bekommen und so einen Unfall verursachen kann)

BI

Blindheit

Als blind gilt, wer auf beiden Augen 2% oder weniger Sehvermögen hat.

GI

Gehörlosigkeit

Gehörlos ist man, wenn man auf beiden Ohren taub ist oder man auf beiden Ohren schwerhörig ist und aufgrund dessen an einer Sprachstörung leidet.

H

Hilflosigkeit

Hilflos ist, wer bei diversen täglichen Verrichtungen die Hilfe Anderer braucht und seinen normalen Alltag nicht ohne selbige bewältigen kann.


Kontakt:
Herr Hans-Peter Wildt
Behindertenbeauftragter Stadt Kaiserslautern
Willy-Brandt-Platz 1
67657 Kaiserslautern
Tel.: 0631 - 365 2259
E-Mail: peter.wildt@kaiserslautern.de

 

Hilfe in anderen Lebenslagen

Das Studium stellt immer eine besondere Situation dar und oftmals genügt die allgemeine Hilfe nicht. Um dem Abhilfe zu schaffen, sieht der Gesetzgeber die Stelle „Hilfe in anderen Lebenslagen“ vor. (Die hieß früher „Hilfe in besonderen Lebenslagen“. Das wurde allerdings durch das zwölfte Sozialgesetzbuch (SGB XII) geändert. In einigen Gemeindenfindet man sie aber dennoch unter ihrem alten Namen.) In Kaiserslautern ist diese Stelle ein Teil des Referats Soziales. Sie verwendet das so genannte integrierte Hilfeplanverfahren. Dieses Verfahren läuft in groben Zügen wie folgt ab: -Ein behinderter Studierender wendet sich mit einem formlosen Antrag an die Abteilung "Hilfe in anderen Lebenslagen". -Diese sendet dann eine(n) SozialarbeiterIn zu der betroffenen Person und begleitet diese einige Zeit im Alltag. Dabei wird der individuelle Bedarf festgestellt. -Danach erfolgt ein Treffen zwischen SachbearbeiterIn, SozialarbeiterIn und jeweiligem Studierenden. Bei diesen Treffen werden die Bedürfnisse nach Grundversorgung (also dem Teil, der sich aus dem GdB und dem Merkzeichen ergibt) und Eingliederungshilfe getrennt.

 

Die Eingliederungshilfe soll die zusätzlichen Belastungen der "anderen Lebenslage", in diesem Fall also das Studium, abfedern. Haben alle Beteiligten eine für alle praktikable Lösung erarbeitet, wird ein entsprechender Antrag von der Abteilung "Hilfe in anderen Lebenslagen" in Landau beim Landesamt für Soziales eingereicht und von diesem wird entschieden, ob die beantragten Hilfsmittel bewilligt werden können. Ein Hilfsmittel kann in diesem Fall z.B. ein spezielles Programm sein, dass einem blinden Studierenden Skripte auf seinem Rechner vorliest.


Referat Soziales
Maxstr. 17-19
67659 Kaiserslautern
Telefon: 0631 - 365 1500
E-Mail: sozialamt@Kaiserslautern.de